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Mit Stroh das Klima schützen

 

Stroh hat sich als Baustoff längst bewährt. Tonnenweise fallen die goldgelben Halme jedes Jahr bei der Getreideernte an. Zu Ballen gepresst oder in einen Holzrahmen gepasst, ist es eine nachhaltige Alternative zu konventionellen Dämmstoffen.

2014 wurde dem Pflanzenmaterial vom Deutschen Institut für Bautechnik eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erteilt. Seitdem sind keine gesonderten Genehmigungen für den Bau eines eingeschossigen Strohballenhauses mehr erforderlich. Die ökologische Alternative zu herkömmlichen Baustoffen könnte also die Nische verlassen, in der sich noch befindet – und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Als nachwachsender Rohstoff bindet Stroh wie jede andere Pflanze das klimawirksame Kohlendioxid. Würden alle 119.000 im vergangenen Jahr in Deutschland genehmigten Einfamilienhäuser in Strohbauweise errichtet, käme es zu einer rechnerischen Verringerung des CO2-Ausstoßes um fast neun Millionen Tonnen.

Das Statistische Bundesamt gibt das Treibhauspotenzial eines konventionellen Eigenheims in Massivbauweise mit 45 Tonnen Kohlendioxid an. Bei einem Haus in Strohbauweise ergeben sich hingegen 30 Tonnen CO2, die dauerhaft gebunden, also aus der Atmosphäre entnommen werden – immerhin hat das Getreide in seiner Wachstumsphase Kohlendioxid aufgenommen. Dies ergibt eine Ersparnis von 75 Tonnen CO2 pro Einfamilienhaus.

Weil es nun in der Wand eines Hauses steckt und nicht verrottet, bleibt dieses CO2 gebunden. Beton, Ziegel, Zement und andere konventionelle Baustoffe hingegen verursachen bei der Herstellung einen hohen Ausstoß des Klimagases.

Wenn sich der nachhaltige Baustoff in großem Maßstab durchsetzen würde, ergäbe sich ein enormes Speicherpotenzial. Zum Vergleich: Der größte bisher geplante künstliche CO2-Speicher unter dem Meeresboden der Nordsee soll laut Spiegel Online ab 2030 etwa fünf Millionen Tonnen CO2 jährlich aufnehmen. Das Gas soll in einem ausgebeutete Erdgasfeld eingelagert werden. Bei einem Projekt in Island ist ebenfalls ab 2030 eine Einlagerung von drei Millionen Tonnen des Klimagases geplant.

Die Umstellung des gesamten Eigenheimbaus in Deutschland auf Strohbauweise würde also achtmal mehr CO2 konservieren, als der Gasfeldspeicher in der Nordsee aufnehmen kann – und mehr als das Dreifache des Speichers in Island.

Der Bau von Einfamilienhäusern macht in Deutschland etwa ein Fünftel der gesamten Bautätigkeit aus. Zwei Fünftel entfallen auf den Wirtschaftsbau. Auch hier sind innovative Strohbauprojekte denkbar, die zu einer weiteren Reduzierung des CO2-Ausstoßes beitragen würden. Käme dann noch ein Bruchteil der Umbau- und Sanierungsprojekte im Bestand hinzu, wäre dies ein weiterer Beitrag, die Klimaziele in Deutschland zu erreichen.

Etwa 685 Millionen Tonnen CO2 gelangen in Deutschland jährlich in die Atmosphäre. Um die Klimaziele zur Verlangsamung der Erderwärmung zu erreichen, sollen davon etwa 10 Prozent jährlich eingespart werden. Eine komplette Umstellung des Eigenheimbaus auf Strohbauweise würde dazu einen messbaren Beitrag leisten.

Um das Potenzial von Stroh zur Verlangsamung der Erderwärmung tatsächlich auszuschöpfen, müsste sich der ökologische Baustoff schnell aus der Nische herausentwickeln, in der es derzeit noch steckt. Der 2002 gegründete Fachverband Strohballenbau Deutschland e.V. (FASBA) schätzt die Zahl der Strohhäuser in Deutschland auf 900 bis 1.500.

Bauen mit Stroh steht also noch am Anfang. Es wurde erst mit der Erfindung der Ballenpresse in den USA im späten 19. Jahrhundert möglich. Laut FASBA entstanden die erste Strohballenhäuser in Nebraska, „einem holzarmen Gebiet mit großen Getreidefeldern“.

Erst in den 1970er Jahren erlebte der Strohballenbau in der alternativen Szene ein Comeback. In den USA und Kanada seien seitdem zahlreiche Strohhäuser entstanden, so FASBA. Wenig später übernahmen Ökopioniere in Europa die Idee und errichteten die ersten Gebäude. Eine Idee, für die es noch einen langen Atem, mutige Bauherren und innovative Baumeister braucht.

Die Gröne Unternehmensfamilie ist fest davon überzeugt, dass immer mehr Menschen diese Bauart nutzen werden, ob Investoren oder Häuslebauer, und wirbt für diese Idee auch bei Menschen, die Sanierung oder Umbau in Angriff nehmen wollen. Damit sich immer mehr Bauwillige für den nachhaltigen Baustoff entscheiden.

Wenn Sie sich dafür interessieren, die Module aus nachwachsenden Rohstoffen produzieren wir seit diesem Jahr selbst.