Das Gebäude wurde in den 1920er Jahren als landwirtschaftliche Scheune einer Hofstelle errichtet und nun behutsam zu einem zeitgemäßen Wohngebäude mit zwei Wohneinheiten umgebaut. Dabei wurde der historische Charakter des im Heimatschutzstil errichteten und für die Kulturlandschaft des frühen 20. Jahrhunderts prägenden Backsteinbaus bewusst bewahrt. Besonders prägend sind die drei Durchfahrtsdeelen mit ihren sechs charakteristischen Toren, die weiterhin als zentrales Gestaltungselement bestehen bleiben.
Der neue Grundriss fügt sich respektvoll in die vorhandene Gebäudestruktur ein, sodass die Kernelemente – wie die großzügigen Deelen und die eindrucksvolle Sturmbinderkonstruktion – dem Innenraum einen ausdrucksstarken Charakter verleihen. Gleichzeitig entsteht durch die Wahl wohngesunder und ökologischer Materialien wie Holz, Lehm und Stroh ein nachhaltiges Wohnkonzept. Um zeitgemäßen Wohnkomfort auf zwei Ebenen zu ermöglichen, wurde eine Brettsperrholzdecke eingefügt, die neben ihrer tragenden Funktion durch ihre natürliche Oberfläche auch gestalterischen Mehrwert bietet.
Damit der ursprüngliche Charakter der Scheune innerhalb der Kulturlandschaft erhalten bleibt, wurden sämtliche vorhandenen Öffnungen in das Konzept integriert. Die beiden Eingangsbereiche springen bewusst zurück und schaffen so eine einladende Geste. Gleichzeitig fügen sich die neuen Öffnungen mit einer modernen Form- und Materialsprache harmonisch in die Fassade ein. Hierfür wurde eigens ein Detail entwickelt, das mittels Betonfaschen Funktionalität und Ästhetik vereint. Ein auf den vorhandenen Natursteinsockel abgestimmtes Farbkonzept rundet sowohl im Inneren als auch im Äußeren die wiederkehrende Materialsprache ab.
Alle baulichen Eingriffe sowie die Materialwahl wurden konsequent unter dem Aspekt der Reversibilität und gemäß den Cradle-to-Cradle-Prinzipien geplant. So bleibt die historische Struktur respektiert und gleichzeitig ein nachhaltiger, zukunftsfähiger Wohnraum geschaffen.
Neben dem Gebäude betreuten die Architekten auch die Gestaltung des Nebengebäudes und der Außenanlagen, sodass im Kontext des vorhandenen Hofensembles ein stimmiges Gesamtkonzept entstand.








































